Was Wiener Tag- & Nachtgeigen mit der Herzens-Intelligenz verbindet

Musik kommt vom Herzen, so wie die Herzens-Intelligenz

Wenn man zu den Auserwählten gehört, denen eine Bank, eine Versicherung oder eine Stiftung eine sauteure Leihgabe zur Verfügung stellt, dann hat man es geschafft.

Könnte man meinen.

Doch es ist kein Himmel voller Geigen, den man hier für eine begrenzte Zeit zum Erklingen bringen darf, sondern meist nur eine einzige Violine: ein auserwähltes Stück aus einer der beiden großen Cremona Geigenbauer-Familien Stradivari oder del Gesu. Diese Geigen sind weltberühmte Persönlichkeiten, Lebensabschnitts-Partner bedeutender Musiker und Legenden. Höchste Aufmerksamkeit und Wertschätzung ist ihnen sicher.

Praktisch alle Geigen tragen einen Namen, so auch die Molitor Stradivari aus dem Jahr 1697. Sie erzielte 2010 bei einer Auktion den stolzen Preis von 2,7 Millionen Euro, mittlerweile werden auch zweistellige Millionenbeträge für historische Geigen bezahlt. Sie kommen aber so gut wie nicht mehr auf den Markt. Die Molitor Stradivari entstand in der „Goldenen Periode“ des italienischen Geigenbaumeisters Antonio Stradivari. Ein General aus Bonapartes Armee, Graf Gabriel-Jean-Joseph Molitor, hütete sie in seinem Familienbesitz bis zum Ersten Weltkrieg. Geigen erzählen Geschichten, sie sind Zeitzeugen auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Zu den wertvollsten Geigen der Welt zählt die ex-Carrodus Guarneri del Gesu. Sie stammt aus dem Jahr 1741 aus Cremona und ist heute im Besitz der Österreichischen Nationalbank. Es wird vermutet, dass auch diese Violine einst dem großen Paganini gehörte. 1953 war sie sogar in einen Autounfall verwickelt, bei welchem der Violinist Ossy Renardy gestorben ist. Die Geige blieb dabei unbeschädigt.

Weniger glücklich, aber umso spektakulärer ist die Geschichte des Stradivari-Cellos Mara, das nach einem Schiffbruch wieder rekonstruiert werden konnte und heute von Christian Poltern gespielt wird. Maras Schicksal beschreibt Wolf Wondraschek in seiner Erzählung „Mara“ sehr detailreich und er sagt über das Cello: „Die Mara hat ein schweres Leben. Seit 300 Jahren zwischen den Schenkel von Wahnsinnigen zu sein, ist ein harter Job.“

Wenn man nun also zu den Auserwählten gehört, denen eine dieser wertvollen Leihgaben für eine begrenzte Zeit zur Verfügung gestellt wird, hat man nicht unbedingt allen Grund zur Freude. Wie so oft in der Liebe heißt es nach einer Weile wieder Abschied zu nehmen von der kostbaren Zeit, die Musiker und Instrument miteinander geteilt haben. Dabei fühlt es sich nicht weniger dramatisch an wie in einer Liebestragödie. Was tun? Was kommt danach? Welches Instrument kann einen Spitzenmusiker nach einer Beziehung mit einer Stradivari oder einer del Gesu noch berühren?

Für Geigenbauerinnen und Geigenbauer gehören diese Beziehungsdramen zwischen Künstlern und deren Kurzzeitbeziehung zu historischen Instrumenten zum Klatsch des Tages. Sie nehmen an einem heiß umkämpften Markt teil, bei denen die Platzhirschen und prominentesten Mitbewerber schon alle seit mehr als 300 Jahren tot sind. Ehre, wem Ehre gebührt. Der Markt unterliegt seinen eigenen Gesetzen. Wenn du als junger Mensch heute dein Leben dem Geigenbau widmen möchtest, beginnst du am besten damit, dass du auch erst einmal 300 Jahre tot bist und dir dann langsam eine Reputation aufbaust. Es ist bei den Geigenbauern nicht anders als bei den Künstlern. Und schon gar nicht in Wien.

Könnte man meinen.

Stimmt aber nicht, denn gerade in Wien spielen sich die gar wundersamsten Geschichten ab und alles fügt sich bei näherer Betrachtung wie ein großes Mosaik zusammen:

In Penzing, im ersten Stock der denkmalgeschützten Richard-Wagner-Villa fand am 7. Februar 1864 eine Soiree auf Einladung Richard Wagners statt, bei der neben seinen Komponisten-Kollegen Carl Tausig, Peter Cornelius und dem Musikfreund Dr. Josef Standhafter auch der dreißig Jahre alte Johannes Brahms zugegen war. Brahms spielte seine „Variation und Fuge“ über ein Thema von Händel sowie die „Toccata“ in F-Dur von Johann Sebastian Bach. Wagner war entzückt und verlieh seiner Begeisterung Ausdruck mit den Worten: „Man sieht, wie man von den alten Meistern profitieren kann, wenn man weiß, wie man dieses Wissen für sich nützt.“ Heute bohrt, sägt, schleift, lackiert und fertigt die junge Julia Pasch in Wagners privatem Musikzimmer in eben dieser Villa in Wien Penzing Geigen, für die „Instrumentale Beziehung danach“– nach Stradivari und del Gesu – und bedient sich dabei einem Konzept, das noch viel älter ist als die alten Meister selbst. Sie fertigt nur zwei Modelle: Tag-Geigen und Nacht-Geigen. Und dies nur auf Anfrage! Denn sie schneidert die Instrumente den Musikern auf das Ohr. Aber was definiert den Unterschied von Tag und Nacht? Die junge Geigenbauerin, Julia Pasch, die sich mit höchster Perfektion ihrem Handwerk widmet, unterbricht kurz ihre Arbeit und setzt mit ernsthafter Mine zur Erklärung an: „Es ist wie in der Liebe und im erotischen Liebesspiel: Eine Nachtgeige ist sehr verführerisch und auch zu später Stunde wirst du mit dem Klang einer Nachtgeige die Herzen des Publikums erobern. Sie verzeiht es auch im Klangbild, wenn sie im Rausch der Begeisterung des Musizierens einmal zu ungestüm zum Klingen gebracht wurde. Ganz anders fühlt sich Erotik bei Tageslicht oder auch das Spiel mit einer Taggeige an. Der Klang ist komplett transparent, alles wird sichtbar, jede kleinste Unsicherheit sowie auch jede Nuancierung des emotionalen Ausdrucks, selbst wenn diese Emotion nur für den Bruchteil eines kurzen Momentes angedeutet wurde.”

Es gibt eine Empfindsamkeit, die in jedem von uns schlummert und über das Ohr zum Leben erweckt werden möchte. Das Gefühl einer emotionalen Verbundenheit, einer Berührung, einer Harmonie, welche direkt über das Ohr unser Herz berührt. Das Ohr ist der Weg über den wir Emotion wahrnehmen und nicht das Auge.

Der legendäre „Jazz-Buch“-Autor und Mitbegründer des Südwestfunks, Joachim-Ernst Berendt, hat sich in seiner CD-Edition „Die Welt ist Klang – das Ohr ist der Weg“ mit unserem Hörsinn beschäftigt und der Art wie wir Klänge wahrnehmen. Er schreibt dazu: „Wir leben in einer so einseitig visuellen Zivilisation, dass unsere anderen Sinne verkümmert sind, ja, auch unser Auge ist darüber gleich mit verkümmert. Es hat sich damit abgefunden, die Welt nur noch in Bildern und Abbildern wahrzunehmen, und es verwechselt die Bilder mit der Wirklichkeit. (...) Das Ziel ist das Gleichgewicht der Sinne. (...) in den großen alten Kulturen galt nicht das Auge, sondern das Ohr als unser edelster Sinn. Unsere einseitige Augenherrschaft hat uns zu jener Aggressivität programmiert, die das auffälligste Kennzeichen der westlichen Menschheit ist. Das Ohr aber programmiert uns zu einer rezeptiven, aufnehmenden, weiblichen, hingebenden Haltung – also genau zu der Haltung, die wir heute, wenn wir auf dieser Erde überleben wollen, nötig haben. (...) Der neue Mensch wird ein hörender sein – oder er wird nichts sein.“

Diese Fähigkeit auf unsere innere Stimme, auf unseren sechsten Sinn zu hören, unterscheidet uns Menschen von Maschinen – von künstlicher Intelligenz - und sie wird zum entscheidenden Erfolgs- und Überlebensfaktor für unser aller Zukunft – ich nenne sie die „Herzens-Intelligenz“. „Herzens-Intelligenz“ eröffnet uns die Fähigkeit zu Mitgefühl, zu Nähe und Wertschätzung sowie zur Gabe für unsere Ideen und Überzeugungen einzustehen.

Wir brauchen diese Fähigkeit zur Herzens-Intelligenz heute mehr denn je. Im Business, in Beziehungen und ganz sicher im Umgang bei Social Media. Erschaffen wir eine Welt, in der jeder von uns mit dem Herzen denkt – und ganz von sich heraus spürt, was richtig ist oder was falsch.

Hier gibt es weitere Informationen zu Julia Pasch

____________________________________________________________________________________

Gregor Jasch, Experte für Positionierung und Inszenierung von Unternehmen, Menschen und Ideen ist ✅TopSpeaker,Amazon Bestseller-Autor undCreative Sparring Partner für Marke, Vertrieb und strategisches Marketing sowie Business Development mit Mandaten in Europa, Asien, Australien und Nordamerika.​In seiner Jugend teilte er den Proberaum mit Falco und organisierte den legendären Auftritt der politischen Austro-Anarcho-Band Drahdiwaberl beim New Music Seminar in New York.

Das kreative Schaffen bestimmt das Leben von Gregor Jasch als Musiker, Komponist, Texter, Reise-Fotograf, Corporate Film-Produzent und Buchautor sowie über viele Jahre als Agenturleiter und Creative Director mehrerer Werbe- und Marketingagenturen. ​Seine Arbeiten wurden vielfach international ausgezeichnet und er gehört zu den Top-Experten seiner Branche. Heute teilt er sein Wissen in Vorträgen, Workshops, Seminaren, Keynotes und Online-Trainings. Buchen Sie JETZT einen kostenlosen Info-Call!

www.gregorjasch.com

@ Gregor Jasch Alle Rechte vorbehalten, auszugsweise Veröffentlichungen werden gerne gewährt – allerdings erst nach Rücksprache mit dem Autor. Vielen Dank!

Tags:

Featured Posts
Recent Posts
Archive
Search By Tags
Follow Us
  • Facebook Basic Square
  • Twitter Basic Square
  • Google+ Basic Square
Unterschrift Gregor-Jasch+URL weiss.png
  • LinkedIn - White Circle
  • Amazon - White Circle
  • Facebook - White Circle
  • Instagram - White Circle
  • YouTube - White Circle
  • TripAdvisor - White Circle

Was ist deine Story? 

Erzähle deine Story auf YouTube Jetzt Bewerben!

Bildschirmfoto 2019-11-25 um 13.20.13.pn

Gregor Jasch – Experte für Transformation & Erfolg 

© 2020 Gregor Jasch Top Speaker I Amazon Bestseller Autor I Entrepreneur 

Consulting I Marketing I Training I Mentoring

Wien/München